Praxis für Logopädie, Margita Händel-Rüdinger

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Lesen und Schreiben - Lese- und Schreibstörungen

 

Neben dem Sprechen ist „Lesen und Schreiben“ eine weitere Möglichkeit, sich verständlich zu machen. Unser Hauptaugenmerk liegt in der Prävention. Denn die Fähigkeit des Lesens und Schreibens beginnt dann, wenn ein Kind fähig ist, Bilder im Kopf aufzubauen, also um die Vollendung des 2. Lebensjahres. Kinder, die erst mit drei Jahren zu sprechen beginnen, müssen die verbale Sprache und später dann oft auch den Erwerb der Schriftsprache aufholen. Sie sind ständig in der „Aufholjagd“ und das kostet ein Kind viel Energie.

 

Manche Kinder haben Schwierigkeiten, dem schulischen Alltag zu folgen und ihn zu bewältigen. Sie ermüden schnell, kommen erschöpft von der Schule nach Hause, werden verhaltensauffällig, ziehen sich zurück oder werden aggressiv, haben z. B. Schlafstörungen oder Schulängste. Diese Kinder hören selten „Du bist gut, so wie du bist“.

 

Hierzu zählen Kinder, die

 

  • die Sprache nicht richtig verstehen,
  • vergessen, die Hausaufgaben aufzuschreiben,
  • den Sinn von Gelesenem nicht verstehen,
  • Konzentrationsprobleme haben,
  • viele Fehler im Diktat machen,
  • die Worte nicht „sofort“ finden können,
  • die Sätze nicht korrekt sprechen oder schreiben können,
  • ein schlechtes Schriftbild haben,
  • die Buchstaben nicht alle auf einmal sehen können.

 

Ein Beispiel für eine Phase des Schriftspracherwerbs:
Anna (3 Jahre/10 Mon.): Brief an die Mutter

Anna (3 Jahre/10 Mon.): Brief an die Mutter

 

Methode

Zu Beginn findet eine gezielte Diagnostik statt (z. B. nach Dr. Lislott Ruf-Bächtiger). Es gilt, die Ursache der Probleme zu finden, das Kind mit seinen Problemen und die Eltern zu verstehen. Erst dann kann eine gezielte, auf das Kind zugeschnittene Therapie sinnvoll und effektiv stattfinden. Auch für dieses Störungsbild gilt, je früher Probleme erkannt werden, desto erfolgreicher und kürzer ist eine Therapie. Das ist schon vor der Einschulung möglich.

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Margita Händel-Rüdinger