Praxis für Logopädie, Margita Händel-Rüdinger

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Wortschatz für Gefühle

 

Freude, Trauer, Angst, Ärger, Überraschung und Ekel sind die sechs meistgebrauchten Wörter für Gefühle, die nach einer Untersuchung weltweit verwendet werden. Die meisten Zweijährigen kennen diese Wörter. Sie sprechen gerne über ihre Gefühle und auch über die der anderen. Sie spüren Freude und Ärger bei sich und anderen und sind fähig, diese Gefühle mit anderen zu teilen. Sie trösten z. B. die Puppe, wenn sie hinuntergefallen ist oder sie krabbeln auf den Schoß der Mutter, wenn sie Angst haben und sie können dies dann auch verbalisieren.

 

Bis zum 2. Lebensjahr kann ein Kind noch wenig Vorstellungen aufbauen. Verstehen heißt für das Kleinkind fühlen. Zunehmend bringt das Kind die Wörter, die es über seine Gefühle hört, in Verbindung mit sich und der Situation.

 

Ab dem 2. Lebensjahr wird ein Kind fähig, Bilder im Kopf aufzubauen. Es beginnt, die Sprache als kommunikatives Mittel zu entdecken und zu gebrauchen. Das Kind kann nun über Gefühle sprechen und sie immer besser einordnen. Es hat damit auch die Fähigkeit, sich an Situationen und Gefühle zu erinnern. Geschehnisse erhalten somit eine persönliche Bedeutung.

 

Untersuchungen zeigen, dass der Wortschatz, den ein Kind für Gefühle entwickelt, und wie es ihn gebraucht, davon abhängt, wie viel die Eltern oder andere Bezugspersonen mit dem Kind über Gefühle sprechen. Viele kleine Gespräche mit dem Kind über seine Gefühle helfen ihm, mit ihnen zurecht zu kommen und sie zu verstehen.

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Margita Händel-Rüdinger